Hafenbau unter erschwerten Bedingungenzurück zu Das Bauprojekt
CT 4 war keine gewöhnliche Baustelle: Schlechter Baugrund, Ebbe und Flut, Wind und Wetter, Stürme und aufgewühlte See - erschwerte Bedingungen, die Planern und Baufirmen Probleme bereiteten. Die Stromkaje ersetzt den Seedeich. Auch deshalb musste die Konstruktion besonders hohe Anforderungen erfüllen.
Der Kajenverlängerung lag ein Hindernis im Weg. Der Grauwallkanal leitet Wasser aus der Stadt Bremerhaven und ihrer niedersächsischen Umgebung in die Weser. Das Außentief des Kanals zerschnitt den entstehenden Terminal - deshalb mussten die Bagger im Norden und Osten von CT 4 ein neues Bett für den Vorfluter graben. Nachdem der ehemalige Mündungsbereich zugeschüttet wurde, konnten die alten und neuen Hafenflächen miteinander verbunden werden.
Auch der Untergrund sorgte für Probleme: In Tiefen von bis zu 17 Metern unter Normalnull lag weicher Kleiboden. Die Schicht musste auf über 60 Meter Breite abgeräumt und durch tragfähigen Sand ersetzt werden. Der Kleiboden wurde in der Außenweser verklappt. Den Sand ließ bremenports von einem Laderaumsaugbagger (Hopperbagger) aus dem Fahrwasser kratzen und in der Baugrube verteilen.
Eine schwere Spundwand bildete das wesentliche Element der neuen Kaje. Sie besteht aus Tragbohlen, die in Abständen von etwa 2,35 Metern in den Untergrund geschlagen wurden, und aus Zwischenbohlen, die den Raum zwischen den Tragbohlen ausfüllen. Die Tragbohlen sind 36 bis 40 Meter lang und wiegen bis zu 25 Tonnen.
Hier war Zentimeterarbeit gefragt: Die Ramme musste sehr stabil auf einer Hubinsel stehen, damit sich die Tragbohlen so exakt in den Baugrund trieben ließen, dass die Füllbohlen optimal mit ihnen verbunden werden konnten. Die Spundwand wurde mit Schrägpfählen verankert, die ebenfalls 2,35 Meter Abstand halten. Jeder dieser 45 Meter langen Pfähle trägt eine Last von etwa 180 Tonnen. Hinter die Spundwand wurde Sand gespült, damit an Land die weiteren Kajenarbeiten beginnen konnten.
Bremerhavens neuer Kajenabschnitt steht allerdings nicht nur auf der schweren Spundwand. Für Stabilität sorgen auch etwa 1.700 Pfähle, die mit Landrammen in den tragfähigen Boden geschlagen wurden. Die Pfähle sind etwa 22 bis 32 Meter lang.
Die Wellenkammer von Container-Terminal 4 und die so genannte Pierplatte, die den Druck des Bodens gegen die Spundwand abschirmt, wurden vor Ort aus Beton gegossen. 55.000 Kubikmeter Stahlbeton, armiert mit 10.000 Tonnen Betonstahl, mussten verarbeitet werden. Dank einer besonderen Rezeptur widerstehen die dicken Betonteile dem aggressiven Salzwasser. Übrigens wurde der Stahlbeton ohne Dehnungsfugen hergestellt - 1.681 Meter Beton wie aus einem Guss.
Sand, wohin das Auge blickt: Für CT 4 brauchte man etwa zehn Millionen Kubikmeter, um hinter der Spundwand, auf der Pierplatte und im Hinterland für eine stabile Terminalfläche zu sorgen. Das Material stammt aus der Außenweser-Fahrrinne und Entnahmefeldern in der Deutschen Bucht.
Im Norden und Osten des neuen Terminals entstanden neue Deiche. Sie sind 8,50 Meter hoch und schützen das Gelände zuverlässig vor den Launen der Nordsee. Außerdem bauten die Arbeiter sechs jeweils 1.100 Meter lange Ladegleise. Die Container sollen schnell an- und abtransportiert werden - denn Bremerhaven ist und bleibt ein Eisenbahnhafen.
Zum Schluss hingen die Hafenbauer große Fender ein, damit Bordwand und Kaje beim Anlegen der Schiffe geschützt sind. Poller, jeder für 200 Tonnen Trossenzug ausgelegt, wurden aufgeschraubt, um die schweren Leinen zu halten. Außerdem legten die Techniker Anschlussstellen für Strom, Telefon und Wasser.
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Baugenehmigung hieß Planfeststellung
Ausbau der Bundeswasserstraße - WSD prüfte Einwände und Stellungnahmen
Bei der Erweiterung der Stromkaje an der Weser handelte es sich um den Ausbau einer Bundeswasserstraße. Zuständig: die Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nordwest in Aurich. Sie organisierte das Planfeststellungsverfahren. Die von bremenports erarbeiteten Antragsunterlagen füllten acht Aktenordner. Die WSD prüfte alle eingegangenen Einwände und Stellungnahmen. Sie fanden Eingang in den Planfeststellungsbeschluss, der die Baugenehmigung darstellt. Am 15. Juni 2004 wurde der Planfeststellungsbeschluss einschließlich der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen auf der Luneplate und im Deichvorland an der Wurster Küste übergeben.
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