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Nationalparkverwaltung und bremenports arbeiten Hand in Hand

Ein Erfahrungsbericht von Peter Südbeck *


Nördlich von Bremerhaven an der Wurster Küste treffen zwei Gebiete aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite der Container-Terminal für den weltweiten Schiffsverkehr. Hier sind weltweite Handelswege symbolisiert, ist dynamisches Wirtschaftsleben angedeutet. Direkt angrenzend – ohne große Übergänge - liegt der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Hier gilt das Ziel, unberührte, großflächige Naturräume zu erhalten und zu entwickeln. Das Wattenmeer muss unter anderem als Drehscheibe für den internationalen Vogelzug, als Heimat der Seehunde, Schweinswale und Kegelrobben geschützt werden.
 
Dieser Schnittpunkt ist einzigartig an der deutschen Nordseeküste. Bei einem Blick über den Deich bei Weddewarden werden die gravierenden Unterschiede und die sich daraus ergebenden gegenseitigen Anforderungen deutlich.

Bereits seit 2002 stellen sich bremenports und Nationalparkverwaltung dieser Herausforderung. Auf Basis eines Kooperationsvertrages unterstützen sie sich gegenseitig bei den jeweiligen Zielen. Beide Seiten sind sicher, dass dies auch für die Zukunft der richtige Weg ist. So wurde im Rahmen der Kooperation das Hafenbauprojekt Container-Terminal 4 direkt am Nationalpark fristgerecht realisiert. Parallel dazu entstanden die Naturschutzkompensationsmaßnahmen im Nationalpark durch Renaturierung von Vorlandflächen an der Wurster Küste. Sommerdeiche wurden geöffnet, um eine Salzwiesenentwicklung zu initiieren. So konnte ein Stück der durch den Hafenbau verlorengegangenen Fläche der Natur zurückgegeben werden.

Derartige Großprojekte haben das Potential, eine gesamte Region zu beeinträchtigen. Sie tangieren vielfältige öffentliche Belange mit jeweils sehr unterschiedlichen Interessen, können die Region aber auch insgesamt befördern. Kooperation war und ist Voraussetzung, um weitere Entscheidungsträger für eine gemeinsam getragene Lösung zu gewinnen und für alle Seiten positive Effekte herzustellen. Dies ist hier gelungen. Im Kooperationsprojekt Wurster Nordseeküste sowie im Gesamtkonzept Erlebnisraum Wattenmeer konnten Ziele der Hafenwirtschaft und des Naturschutzes, aber auch der Landwirtschaft, des Küstenschutzes, des Tourismus und der angrenzenden Gemeinden realisiert werden. Neue Highlights sind entstanden, zum Beispiel  durch die Versetzung des Leuchtturmes Eversand aus dem Wattenmeer an die Küste bei Dorum-Neufeld. Der Turm ist heute ein Wahrzeichen für die Region und symbolisiert die touristische Entwicklung der Gemeinden mit einer nationalparkkonformen Ausrichtung.
 
Für die Zukunft stehen weitere Projekte an, zum Beispiel bei gemeinsamen Überlegungen zu integrierten Sediment-Managementkonzepten im Zusammenhang mit der Wendestelle vor der Containerkaje. Gleiches gilt für die Entwicklung der Naturschutzflächen im Nationalpark.

Das Wattenmeer wurde im Juni 2009 durch die UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es ist eines der letzten verbleibenden Ökosysteme in Europa, in dem natürliche ökologische und biologische Prozesse heute noch ungestört ablaufen. Dieses dauerhaft zu erhalten ist eine Hauptaufgabe, der sich die Kooperation von Nationalparkverwaltung und bremenports eng verbunden fühlt.

Es liegt in der Verantwortung aller, unser Welterbe zu bewahren. Das Kooperationsprojekt Wurster Nordseeküste ist einer der Schlüssel zum Erfolg.


* Peter Südbeck ist Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer

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Peter Südbeck, Leiter der
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