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Umweltschutz ist eine Querschnittsaufgabe

Vier Fragen an Hanna Pötter, Eurogate

1. Frau Pötter, Sie haben eine Stabsfunktion für Umweltmanagement und Umwelttechnik beim Hafenlogistiker Eurogate. Welche Schwerpunkte setzt Ihr Unternehmen im maritimen Umweltschutz?

Eurogate versteht umweltfreundliches Wirtschaften als ein Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf maximale Effizienz, minimale Emissionen und langfristige Sicherheit. Das heißt konkret, dass wir den Energie- und Ressourcenverbrauch pro Container in Zukunft weiter senken wollen. Das gleiche gilt für Lärm-, Licht- oder Schadstoffemissionen. Das Thema „langfristige Sicherheit“ ernst zu nehmen, bedeutet für uns nicht nur wirksamen Arbeitnehmerschutz und Unfallvorsorge. Es heißt für uns auch, vorausschauend und weitsichtig zu handeln. So investiert Eurogate jährlich große Summen in Forschung und Entwicklung von innovativen, umweltfreundlicheren Technologien und Prozessen.

2.Wie sieht der ganz gewöhnliche Arbeitstag einer Umweltbeauftragten aus?

Umweltschutz ist eine Querschnittaufgabe. Der Erfolg der Strategie hängt von der Mitarbeit jeder Teilgesellschaft und jedes einzelnen Kollegen ab. Meine Aufgabe ist es, die Grundlage dafür zu schaffen. Das heißt zum einen, die umweltrelevanten Daten zusammenzutragen, auszuwerten und daraus zum Beispiel den CO²-Fußabdruck zu berechnen. Zum anderen heißt es, die bestehenden Herangehensweisen zu hinterfragen und konkrete Vorschläge für ein umweltverträglicheres Wirtschaften zu machen. Dazu gehört auch, mögliche Alternativen zu untersuchen und wenn möglich umzusetzen. Das können ganz einfache Dinge sein wie die interne Umstellung auf Recyclingpapier und doppelseitiges Kopieren oder umfangreichere Projekte wie die Einführung von Umweltmanagementstrukturen. Natürlich geht es auch darum, die bisherigen Umwelterrungenschaften von Eurogate nach innen und nach außen zu kommunizieren. Daher gibt es keinen „gewöhnlichen“ Arbeitstag.

3.Schifffahrt, Häfen und Logistik leiden unter den negativen Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Wirken sich die aktuellen ökonomischen Probleme auf das Umwelt-Engagement von Eurogate aus? Anders ausgedrückt: Schränkt Ihr Unternehmen seine ökologischen Aktivitäten in der Krise ein?

Jein. Umwelterhalt ist langfristiger Wirtschaftserhalt. Je schneller die Ressourcen zur Neige gehen, umso schwieriger wird der wirtschaftliche Erfolg. Das Langfristige daran ist das Tückische. Wir müssen heute investieren - in neue Technologien, in Optimierung der Prozesse, in Weiterbildung der Mitarbeiter -, um langfristig unsere Wirtschaftsgrundlage zu erhalten. Die Wirtschaftskrise bewirkt, dass einerseits die finanziellen Mittel, um zu investieren, knapper sind. Auch ist der Dieselpreis stark gefallen und somit verringert sich der Anreiz, nach sparsamen Technologien und Verhaltensweisen zu suchen. Andererseits zwingt uns die Wirtschaftskrise zu effizienterem Ressourcenumgang. Außerdem bewirkt ein geringeres Containervolumen, dass wir den Kopf und den Terminkalender etwas freier haben, um uns mit Umwelt- und Qualitätsmanagementfragen auseinanderzusetzen. Das gleiche gilt für die Umsetzung von neuen Ideen, die in die alltäglichen Prozesse eingreifen. Eine voll ausgelastete Organisation kann mit Veränderungen im Betriebsablauf leicht überfordert sein. Es ist viel besser, solche Verbesserungsvorschläge in einer ruhigeren Phase auszutesten, damit sich bis zum nächsten Containeransturm alles wieder eingespielt hat. Das alles begünstigt unsere Umweltaktivitäten.

4.Die Nachbarn im Bremerhavener Ortsteil Weddewarden haben sich mit dem neuen Containerhafen arrangiert. Dennoch hört man gelegentlich Klagen über den Lärm, der von der Umschlaganlage herüberschallt. Die Hafengesellschaft bremenports hat die Häuser und Wohnungen der Anlieger mit hochwertigen Schallschutzfenstern ausgestattet. Was unternehmen die Betreiber Eurogate und North Sea Terminal Bremerhaven, um den Geräuschpegel weiter zu senken?

Wir haben in den letzten Jahren viele technische und organisatorische Maßnahmen zur Geräuschreduzierung durchgeführt und arbeiten ständig an diesem Thema. Das heißt konkret:

  • Schon vor dem Terminalbau erstellen wir eine Lärm-Prognose, die dann unser Terminallayout beeinflusst.
  • Bei der Anschaffung neuer Umschlag- und Transportgeräte machen wir in den Gerätespezifiktionen strenge Vorgaben zum Schallleistungspegel und kontrollieren diese bei der Abnahme der Geräte.
  • Bei jeder Gerätewartung prüfen wir die Einrichtungen zur Geräuschreduzierung und setzen diese gegebenfalls instand.
  • Wir schulen unsere Mitarbeiter regelmäßig auf lärmarmes Arbeiten.
  • Wir überwachen die Geräuschimmissionen in Weddewarden durch eine Lärmüberwachungskette auf dem Container-Terminal.
  • Wir führen regelmäßig Lärmmessungen an den Umschlag- und Transportgeräten durch, um weitere Potenziale für Geräuschreduzierungen zu identifizieren.
  • Im Rahmen des ISETEC-Forschungsprogramms wollen wir systematisch alternative Antriebssysteme und weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung untersuchen.

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Kontakt

Hanna Pötter
Umweltmanagement/
Umwelttechnik
 
Eurogate
GmbH & Co. KGaA, KG
Präsident-Kennedy-Platz 1 A
28203 Bremen
+49 (0) 421 / 1425-3415
E-mail
www.eurogate.eu