Ein Vermessungsschiff namens "Seeadler" liegt an einem Kai in einem Hafen vor roten und weißen Lagergebäuden.

 

 

 

 

 

 Peilen mit Profis 

Die Spezialisten aus der Abteilung Wassertiefen

Sie arbeiten am Puls der Zeit, und legen den Grundstein für einen reibungslosen Hafenbetrieb: Das Team Peilerei und Vermessung aus der Abteilung Wassertiefen bei bremenports. Im Einsatz sind 14 Kolleg_innen, um zu gewährleisten, dass die Wassertiefen in den Bremischen Häfen auch für die dicksten Pötte gegeben sind. Dafür arbeiten sie mit modernen Methoden und stellen als Dienstleister_innen inner- und außerhalb des Unternehmens die entsprechenden Daten zur Verfügung, und zwar in der richtigen Qualität.

Aufnahme von Thorsten Döscher.
Portrait Maik Weidt
Ein bremenports Mitarbeiter befindet sich in der Kommandobrücke oder im Steuerhaus eines Schiffes, den zentralen Kontrollraum für Navigation und Manövrieren. Die Brücke ist typischerweise mit einer Reihe von Instrumenten und Bedienelementen ausgestattet.
Ein Mitarbeiter aus dem Team befindet sich in einem Büro eines Schiffs und sitzt vor einem Computer

"Wir haben eine
hohe Fachkompetenz im Team"

Für den Hafen der Zukunft

„Wir sitzen nicht nur vor dem Rechner“, sagt Maik Weidt, 46, der im Team im Bereich Geodatenmanagement und HafenGISarbeitet. „Die Datenerfassung machen wir an Bord mit entsprechenden Sensoren. Wir arbeiten auch an der frischen Luft. Und im Büro kümmern wir uns dann um die Aufbereitung.“ Daten sind ein Schlüssel zum Hafen der Zukunft. Und die ist, so sieht es auch Teamleiter Thorsten Döscher, dreidimensional. „Meine Vision ist der Hafen in 3-D“, sagt er. Dahinter steckt der Gedanke, Daten zu Hafenboden, Gebäuden und anderen Strukturen zusammenzuführen und daraus Modelle zu machen, die auch Laien einfach verstehen können. Technisch sei das schon realisierbar, aber die Daten müssen entsprechend erfasst und zusammengebracht werden. Dort liegen die Herausforderungen der Zukunft. „Und letztlich steht hier noch die Frage, wie kann das menschliche Auge das dann auch wahrnehmen“, sagt Döscher. „Setzt man das mithilfe einer VR-Brille um oder löst man das stereoskopisch.“

Verlässlichkeit beginnt mit Sorgfalt

Zentraler Zugriffspunkt auf die Daten ist das HafenGIS (GIS=Geoinformationssystem). Hier werden die Daten zusammengeführt und für die Nutzer abrufbar. Wichtige Aufgaben wie der Hochwasserschutz sind auf aktuelles Kartenmaterial angewiesen, das aus den Daten erstellt wird, die das Team zur Verfügung stellt. Ob Behörden, Ämter, Reeder, Logistikunternehmen oder Einzelpersonen – im Hafen nutzen irgendwie alle einen Plan, eine Karte, eine Wassertiefe oder eine Höhe, hinter der die Arbeit des Teams steckt. Das Team Peilerei und Vermessung um Thorsten Döscher ist fachlich breit aufgestellt und bringt unterschiedliche Perspektiven und Berufshintergründe mit.

„Wir haben eine hohe Fachkompetenz im Team“, sagt Döscher. Der 56-Jährige ist Vermessungsingenieur der Fachrichtung Geodäsie. Im Team arbeiten neben den Vermessungsingenieuren und Technikern unter anderem auch eine Hydrographin, eine Geoökologin, eine Geographin, ein Seevermessungstechniker, aktuell eine Geowissenschaftlerin als Studentin und demnächst ein Geoinformatiker. „Es ist ein Gewinn, sich auszuztauschen“, sagt der Teamleiter.

Allen gemein ist die Sorgfalt, die die Kolleginnen und Kollegen im Alltag aufbringen. Es gibt vermessungstechnische Leitsätze wie: „Eine Messung ist keine Messung“ oder „Du musst dich immer selber kontrollieren.“ Diese Grundsätze, die die Kollegen in der Ausbildung begleitet haben, denen sind sie auch heute noch treu. Tag für Tag im Einsatz für Verlässlichkeit.

Farbenfrohe 3D-Punktwolkenvisualisierung, die den Drempel (eine Schwelle am Schleusentor, die als Anschlag dient) des Außenhauptes (AH) der Kaiserschleuse in Bremerhaven darstellt.
Ein stark verschlammtes Autowrack aus einem Gewässer befindet sich auf einer Grünfläche. Das Fahrzeug weist erhebliche Verschmutzungen und Schäden auf.
Immer wieder findet das Team in den Daten, die aus der Peilerei kommen, auch Hinweise auf Autowracks und andere Schifffahrtshindernisse, die nicht ins Hafenbecken gehören. So können Hindernisse wie dieser PKW beseitigt werden.