„Round the Ground“-Rennen führt auf die Baggergutmonodeponie der bremischen Häfen
Wo normalerweise Bagger, Rohrleitungen und Entwässerungsfelder den Arbeitsalltag prägen, gehen am 15. August erstmals Gravelbike-Sportlerinnen und Sportler an den Start: Mit „Round the Ground“ verwandelt sich die von bremenports betriebene Baggergutmonodeponie der bremischen Häfen in Bremen-Seehausen für einen Tag in eine außergewöhnliche Rennstrecke. Die Anlage ist ein zentraler Bestandteil des nachhaltigen Baggergutmanagements der bremischen Häfen und trägt dazu bei, die notwendigen Wassertiefen für die Schifffahrt dauerhaft zu gewährleisten.
Die Premiere des Gravelbike-Events bietet den Teilnehmenden auf einem rund acht Kilometer langen Rundkurs Schotterpassagen, schnelle Asphaltabschnitte, Tunnel, Singletrails sowie einen anspruchsvollen Anstieg mit spektakulärem Blick über die Hafenlandschaft und die Autobahntunnel-Baustelle. Start und Ziel befinden sich direkt auf dem zur Baggergutmonodeponie zugehörigen Betriebsgelände zwischen den Entwässerungsfeldern.
Für bremenports steht dabei nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Das Rennen macht zugleich einen Ort erlebbar, der für die Funktionsfähigkeit der bremischen Häfen von zentraler Bedeutung ist.
„Viele Menschen sehen die Schiffe und Container im Hafen, aber nur wenige wissen, was im Hintergrund notwendig ist, damit die Häfen überhaupt funktionieren“, sagt Robert Howe, Geschäftsführer von bremenports. „Die Baggergutmonodeponie ist ein unverzichtbarer Baustein für den Erhalt der Wassertiefen in Bremen und Bremerhaven. Dass wir diesen besonderen Ort nun einmal für ein Sportevent öffnen können, freut uns sehr.“
Bei der rund 140 Hektar großen Anlage in Bremen-Seehausen handelt es sich um die sogenannte Integrierte Baggergutentsorgung (IBE). Hier werden Sedimente und Schlick entwässert, die regelmäßig aus den Hafenbecken in Bremen und Bremerhaven entfernt werden müssen, um die Erreichbarkeit der Häfen sicherzustellen. Die Anlage umfasst unter anderem Entwässerungsfelder, eine Baggergutmonodeponie, einen Entwässerungspolder sowie eine Pflanzenkläranlage.
Die regelmäßige Baggerung der Hafenbecken ist dabei eine Grundvoraussetzung für den Hafenbetrieb. Ohne ausreichende Wassertiefen könnten moderne Seeschiffe die bremischen Häfen nicht zuverlässig anlaufen. Das Baggergutmanagement zählt daher zu den wichtigsten Daueraufgaben der Hafenunterhaltung. Das in Seehausen entwässerte Material, das Baggergut, wird nicht nur auf der Deponie beseitigt, sondern zur Ressourcenschonung teilweise auch als Baustoff z. B. im Deichbau – wie zuletzt bei der Deicherhöhung in Woltmershausen – verwertet.
Die Anlage selbst ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich und deshalb selbst vielen Bremerinnen und Bremern kaum bekannt. Umso reizvoller ist die Kulisse für die Premiere des Gravelbike-Rennens.
„Die Mischung aus industrieller Infrastruktur, weiten Schotterflächen und den begrünten Bereichen der Deponie macht diesen Ort einzigartig“, so Howe. „Wer hier an den Start geht, erlebt nicht nur eine besondere Rennstrecke, sondern bekommt auch einen Eindruck davon, welcher Aufwand hinter einem funktionierenden Hafen steckt.“
Das Rennen richtet sich sowohl an ambitionierte Sportlerinnen und Sportler als auch an Einsteiger. Zur Auswahl stehen ein Rundenrekordfahren, ein 40-Kilometer-Rennen sowie ein fünfstündiger Marathon für Einzelstarter und Teams. Ergänzt wird das Programm durch ein Rahmenangebot für Familien, Zuschauerinnen und Zuschauer. Nähere Infos gibt es online auf der Seite www.rtg-bremen.de.
Mit der Veranstaltung will das Organisatorenteam rund um Oliver Gehrking (GuS Sportmarketing) sowie Horst Neumann und Jan Brüning (Spospom GmbH) nicht nur ein neues Sportformat etablieren. Gleichzeitig ermöglicht das „Round the Ground“ Rennen einen Blick hinter die Kulissen – denn die Baggergutmonodeponie ist weit mehr als eine außergewöhnliche Rennstrecke: Sie ist ein Schlüsselstandort für die Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit der bremischen Häfen.