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Stimmungsbild: gefaltete Zeitungen übereinander

ENVOCONNECT 2026 geht vor vollem Haus zu Ende

 

Veröffentlicht am 01. Oktober 2026

Green Focus Awards gehen an CMA CGM, NYK Line und Dr. Martine Marchand

Vor einem mit knapp 150 Teilnehmenden vollen Haus und klaren Botschaften zur Zukunft von Hafen und Logistik ist die ENVOCONNECT 2026 zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Transformation needs commitment“ brachte die Konferenz von bremenports erneut Entscheiderinnen und Entscheider, Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten, Fachkräfte sowie Young Professionals aus Hafenwirtschaft, Logistik, Schifffahrt, Industrie und Wissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Erkenntnis: Die Transformation von Häfen und Lieferketten gelingt nur durch Zusammenarbeit, Dialog und konkretes Handeln. Die ENVOCONNECT hat sich mittlerweile als eine zentrale Plattform für diesen Austausch etabliert – neben durchaus auch kontroversen Diskussionen stand dabei auch in diesem Jahr wieder der Networking-Gedanke im Vordergrund. 

Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung der Green Focus Awards, der „Hafen Oskars“. Seit 2014 zeichnet bremenports mit den Preisen besonders emissionsarme Schiffe und Reedereien aus. Darüber hinaus werden mit dem Engagement-Preis Personen gewürdigt, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Transformation und nachhaltigen Entwicklung der Bremischen Häfen leisten. 
 

Sauberstes Schiff: „Stellar“ von CMA CGM

Den Green Focus Award für das sauberste Schiff erhielt in diesem Jahr das Containerschiff „Stellar“ der Reederei CMA CGM. Mit einem Environmental Ship Index (ESI) von 90,5 Punkten und 14 Anläufen in Bremerhaven setzte sich das Schiff an die Spitze des Rankings.
Wirtschafts- und Häfensenatorin Kristina Vogt würdigte die Leistung als Beispiel dafür, wie die Schifffahrt Verantwortung übernimmt und Luftschadstoffe konsequent reduziert. Für CMA CGM nahm Sebastian Bruchhardt die Auszeichnung entgegen und neben Lob gab Senatorin Vogt ihm gleich noch eine Hausaufgabe mit: „Wir würden so gern einen Green Corridor – also eine nachhaltige Transportachse, die den Warentransport zwischen beiden Städten sauberer, effizienter und zukunftsfähig machen soll, zwischen dem kanadischen Halifax und den Bremischen Häfen ins Leben rufen. Sie wären dafür ein perfekter Partner“, so Vogt. Darüber werde man in jedem Fall nachdenken, versprach Bruchhardt und bedankte sich für die Auszeichnung: „Für uns ist dieser Award definitiv nicht nur eine Anerkennung, sondern Rückenwind dafür, auf unserem Weg Luftschadstoffe zu minimieren und unsere Flotte umzustellen, weiterzukommen.“ 
 

NYK Line bleibt Maßstab für nachhaltige Flotten

In der Kategorie „Sauberste Reederei-Flotte“ verteidigte die japanische Reederei NYK Line ihren Titel und gewann die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal in Folge. Mit vier regelmäßig in Bremerhaven eingesetzten Schiffen und insgesamt 26 Anläufen erzielte die Flotte im Vergleich erneut den besten durchschnittlichen ESI-Wert. Tatsächlich hätte die Reederei durchaus auch Chancen für einen „Doppelgewinn“ gehabt, berichtete bremenports-Chef Robert Howe, der als Laudator fungierte: „Mit der Sumire Leader hätten Sie beinahe auch das ‘sauberste Schiff’ gestellt – dazu hätte der Autotransporter nur ein paar Mal mehr bei uns festmachen müssen.“ Für NYK nahm Christoph Pauli den Preis entgegen und erfreut sich sehr darüber, dass NYK bereits zum zweiten Mal in Folge ausgezeichnet wurde. Das sei eine Bestärkung für das Ziel der Reederei, die Emissionen bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2021 zu senken und bis 2050 „Net Zero“ zu erreichen. Robert Howe würdigte in seinem kurzen Redebeitrag die konsequenten Anstrengungen der Reederei auf diesem Weg und verband das Ganze mit einer augenzwinkernden Einladung: „Sie dürfen unsere Häfen gerne noch häufiger und auch mit noch mehr Schiffen anlaufen“. 
 

Engagement-Preis für Dr. Martine Marchand

Der Green Focus Award in der Kategorie Engagement ging an Dr. rer. nat. Martine Marchand. Die Biologin engagiert sich seit Jahrzehnten für Naturschutz und nachhaltige Hafenentwicklung in den Bremischen Häfen.

Als Gutachterin und Beraterin begleitet sie Eingriffe in Natur und Landschaft, entwickelt Kompensationsmaßnahmen und trägt dazu bei, die Anforderungen von Hafenentwicklung und Naturschutz in Einklang zu bringen. Insbesondere ihre wissenschaftliche Begleitung der Naturschutzmaßnahmen auf der Luneplate leistete einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung von Kompensationsprojekten.

Marchand berichtete, dass sie die erste Benachrichtigung, die sie über ihre Nominierung informieren sollte, zunächst ignorierte. „Ich habe es erstmal als Spam eingeordnet – nach der zweiten Mail habe ich mich sehr gefreut“, erklärte die Preisträgerin und lobte bremenports für das Engagement in Sachen Kompensation: „Die bremische Hafenmanagementgesellschaft nimmt das Thema wirklich ernst und nicht nur als Regularium hin. Dass Umweltorganisationen Baumaßnahmen, die in die Natur eingreifen, kritisieren, gehört ein Stück weit zu deren Aufgabe. Wenn es um die umgesetzten Kompensationsmaßnahmen von bremenports geht, sind sich aber alle über den wertvollen Beitrag, den diese leisten, einig.“


Hintergrund: Der Environmental Ship Index (ESI) bewertet die freiwillige Übererfüllung gesetzlicher Umweltstandards durch Schiffe. Berücksichtigt werden unter anderem die Reduzierung von Stickoxiden, Schwefeloxiden und Feinstaub sowie Maßnahmen zur Senkung von CO₂-Emissionen, zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Nutzung von Landstrom.

  • Portrait von Matthias Koch
    Matthias Koch

    Pressesprecher

Beide Moderatoren Marilena Dahlmann und Keno Bergholz der ENVOCONNECT 2026 auf der Bühne
Moderationsteam der Envoconnect: Marilena Dahlmann und Keno Bergholz
Panel-Teilnehmende auf der Bühne der Envoconnect 2026
Panel-Diskussion von links nach rechts mit Andreas Huber, Amelie Würdemann, Christina Rubach, Melina Robin Plaß, Sebastian Scheffler und Keno Bergholz
Lachendes Publikum der Envoconnect 2026
Publikum der Envoconnect 2026
Gewinner und Laudatoren des Green Focus Awards 2026
Green Focus Award Gewinner und Laudatoren 2026 von links nach rechts: Robert Howe (bremenports), Dr. Reiner Brüning (ZDS), Sebastian Bruchhardt (CMA CGM), Dr. rer. nat. Martine Marchand, Christoph Pauli (NYK), Senatorin Kristina Vogt (Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation)
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