Die Schlepper, die täglich im Neustädter Hafen und in den Industriehäfen im Einsatz sind, haben einen neuen Liegeplatz. Statt wie bisher außerhalb des Hafenbeckens am gegenüberliegenden Weserufer in Höhe Seehausen, befinden sich jetzt zwei Liegeplätze direkt im Neustädter Hafen – an der Ostseite des Hafenbeckens unmittelbar hinter dem Lankenauer Höft. Die neue Lösung verbessert sowohl die nautischen Abläufe als auch die Sicherheit der Besatzungen.
Die bisherigen Liegeplätze waren über viele Jahre hinweg genutzt worden. Mit den heute deutlich größeren Seeschiffsassistenzschleppern entsprachen Lage und Erreichbarkeit jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Für Einsätze mussten längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden, zudem war das An- und Ablegen außerhalb des Hafenbeckens nautisch anspruchsvoller.
Ein weiterer entscheidender Aspekt war die Erreichbarkeit der Schlepper: Die steile Böschung am bisherigen Liegeplatz erschwerte das sichere Betreten und Verlassen der Schiffe erheblich. Insbesondere bei medizinischen Notfällen oder anderen zeitkritischen Einsatzlagen konnte dies zu Verzögerungen führen. Die Verbesserung der Arbeitssicherheit für die Besatzungen war daher ein wesentlicher Grund für die Verlegung der Liegeplätze.
Kurzfristig wurde aus diesen Gründen nach einer geeigneten Alternative gesucht und schließlich im Neustädter Hafen gefunden. Dort befand sich bereits ein Anleger für kleinere Fahrzeuge. Mitarbeiter von bremenports verstärkten und ertüchtigten diesen mit vorhandenen Materialien und Bordmitteln des Bauhofs. Dadurch kann der Anleger nun entsprechend seiner vorgesehenen Nutzung auch von den modernen Seeschiffsassistenzschleppern sicher genutzt werden.
„Mit den neuen Liegeplätzen schaffen wir bessere Voraussetzungen für einen sicheren und leistungsfähigen Hafenbetrieb“, sagt der stellvertretende Hafenkapitän Joachim Bothe. Da die heutigen Seeschiffsassistenzschlepper deutlich größer sind als noch vor einigen Jahren, sei es zudem notwendig gewesen, die Liegeplatzsituation an die heutigen Anforderungen anzupassen. Bothe: „Die Schlepper erreichen ihre Einsatzorte nun schneller und die Arbeitsbedingungen sowie die Sicherheit der Besatzungen werden nachhaltig verbessert. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Port Authority Bremen und bremenports hat gezeigt, dass sich gemeinsame Lösungen innerhalb kurzer Zeit erfolgreich umsetzen lassen.“
Auch Robert Howe, Geschäftsführer von bremenports, sieht in der Umsetzung ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit im Hafen: „Wir haben gemeinsam eine pragmatische, kostengünstige und vor allem schnelle Lösung gefunden. Genau das ist der Vorteil der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten im Hafen. Mit dem Know-how unserer Mitarbeiter und den vorhandenen Ressourcen konnten wir den Anleger innerhalb kurzer Zeit so ertüchtigen, dass er den Anforderungen der modernen Schlepperflotte gerecht wird.“ So konnte die Maßnahme nicht nur schnell, sondern vor allem auch ohne aufwendige Neubauten und mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz – insgesamt hat die Maßnahme rund 225 000 Euro gekosten – umgesetzt werden.