Vom 7. bis 9. September 2026 findet in Bremerhaven das internationale PCO Network Meeting (PCO=Port Call Optimization) statt. Erwartet werden rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Häfen, internationalen Organisationen und der maritimen Wirtschaft. Gastgeber sind die Ports of Bremen & Bremerhaven unter Federführung der Port Authority Bremen.
Port Call Optimization befasst sich mit der besseren Abstimmung von Schiffsanläufen. Gemeinsame Datenstandards, verlässliche Zeitangaben und klar geregelte Informationswege sollen dazu beitragen, Ankunft, Aufenthalt und Abfahrt von Schiffen sicherer und planbarer zu gestalten.
Anlass des Treffens ist unter anderem die Veröffentlichung des Port Call Optimization Guide im März 2026. Der Guide wurde von Fachleuten aus Häfen, Schifffahrt und maritimen Organisationen erarbeitet und von der International Association of Ports and Harbors (IAPH) sowie der International Harbour Masters Association (IHMA) veröffentlicht. Mehr als 40 maritime Organisationen unterstützen ihn. Im März wurde er beim Facilitation Committee der International Maritime Organization (IMO FAL 50) in London vorgestellt.
Der Guide schafft einen international abgestimmten Rahmen für den elektronischen Austausch zentraler nautischer und operativer Daten eines Hafenanlaufs. Er greift bestehende Standards der IMO, der International Hydrographic Organization (IHO) und der International Organization for Standardization (ISO) auf und überführt sie in einen gemeinsamen Anwendungsrahmen für Häfen und Schifffahrt.
In Bremerhaven geht es nun um die praktische Umsetzung. Auf der Agenda stehen unter anderem Erfahrungen aus ersten Anwendungen, technische Standards, Dateninfrastrukturen, Testfelder und Qualitätskriterien für nautische und operative Daten. Beiträge kommen unter anderem aus dem Umfeld von IAPH, IHMA und IHO sowie aus den Häfen Göteborg, Tema und Rotterdam und von Unternehmen der maritimen Wirtschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie sich Qualität und Erfolg von Port Call Optimization messen lassen. Im Fokus stehen Kennzahlen zur Datenqualität sowie die Frage, ob die abgestimmten Daten zu planbareren Abläufen, geringeren Wartezeiten und einer besseren Koordination beitragen.
Stephan Berger, Hafenkapitän und Leiter der Port Authority Bremen: „Wir freuen uns, dass wir das PCO Network Meeting nach Rotterdam und Valencia nun nach Bremerhaven holen konnten. Rund 70 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen hier zusammen, um die nächsten Schritte bei der Umsetzung des PCO Guide zu beraten. Für die bremischen Häfen ist das eine gute Gelegenheit, die internationale Facharbeit mitzugestalten und zugleich zu zeigen, dass Port Call Optimization für uns längst eine konkrete Aufgabe ist.“
Auch die bremischen Häfen beschäftigen sich seit Längerem intensiv mit Port Call Optimization. Die Port Authority Bremen bringt dabei die behördliche Perspektive auf die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs in die internationale Facharbeit ein und wirkt an der Weiterentwicklung und praktischen Umsetzung gemeinsamer Standards mit.
Robert Howe, Geschäftsführer bremenports: „Mit dem PCO Projekt Digi Weser haben wir uns bereits auf den Weg gemacht: Das vom TÜV Rheinland getragene und von bremenports koordinierte Projekt ist Teil des vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Programms „Digitales Testfeld“. Ziel ist es gemeinsam mit der Port Authority Bremen und weiteren Partnern eine digitale Plattform zu schaffen, um so die Abläufe zwischen Reedereien, Hafenbehörden, Schleusen, Lotsen, Schlepperdiensten und Terminals zu verbessern. Das internationale Knowhow, das sich bei diesem vom Hafenkapitän Berger organisierten Treffen versammelt, kann uns dabei nur helfen.“
Medienvertreterinnen und -vertreter, die von vor Ort berichten oder O-Töne einfangen möchten können sich zur Koordination beim Hafenkapitän Stephan Berger ([email protected]). Die Agneda des Treffens ist zur Übersicht beigefügt.