Unterschiedliche Perspektiven, ein gemeinsamer Blick auf die Transformation
Neue Technologien, veränderte Berufsbilder und unterschiedliche Erwartungen an Zusammenarbeit stellen Häfen und Logistik vor Herausforderungen. Um eine davon geht es im Panel „Wie begegnen sich Generationen in der Transformation?“ auf der ENVOCONNECT 2026.
Fabian Grischkat, Moderator, Autor und Journalist, Richard Betten, CEO des North Sea Terminal Bremerhaven, und Şükran Gencay, Global Head of Sustainability – Social & Governance bei Hellmann Worldwide Logistics, bringen in einem dialogischen Format unterschiedliche Perspektiven auf die Bühne – offen, direkt und auf Augenhöhe.
Im Vorfeld der ENVOCONNECT geben Richard Betten und Şükran Gencay einen Einblick in die Themen, die sie bewegen: Von der praktischen Umsetzung der Dekarbonisierung bis zur Frage, wie Generationen Wandel gemeinsam gestalten können.
Richard Betten
Seit Mai 2025 ist Richard Betten CEO des North Sea Terminal Bremerhaven und verantwortet den Betrieb des Terminals mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zuvor war er 17 Jahre in operativen Funktionen für den niederländischen Terminalbetreiber APM Terminals tätig, zuletzt als Chief Operating Officer für die zentralen Hub-Terminals. Bei der ENVOCONNECT 2026 spricht Richard Betten über die praktische Umsetzung der Transformation und darüber, wie sich Dekarbonisierung, Infrastruktur und laufender Terminalbetrieb miteinander verbinden lassen.
Richard Betten: Vom Klimaziel zum funktionierenden Terminal
Richard Betten richtet seinen Blick auf die praktische Seite der Transformation: auf Energie, Netze, Infrastruktur und die Herausforderung, neue Technologien in bestehende Systeme zu integrieren, ohne den laufenden Betrieb auszubremsen. Als CEO des North Sea Terminal Bremerhaven verantwortet er einen der größten Containerterminals Deutschlands und erlebt den operativen, organisatorischen und technologischen Wandel unmittelbar in der Praxis.
Worüber werden Sie auf der ENVOCONNECT sprechen?
Wie dekarbonisiert man ein Containerterminal, das 24/7 läuft, ohne den Betrieb auszubremsen? Das zeigen wir am North Sea Terminal Bremerhaven. APM Terminals und EUROGATE investieren rund 1 Milliarde Euro, um das Terminal vollständig zu elektrifizieren, auf erneuerbaren Strom umzustellen und gleichzeitig die Kapazität von 3 auf 4 Millionen TEU zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht dabei die Umsetzung: Strom, Netzanschluss und neue Technik müssen in einen laufenden Betrieb integriert werden. Das ist eine komplexe Aufgabe, bei der viele Faktoren zusammenspielen. Der für mich entscheidende Schritt ist deshalb: aus einem Klimaziel ein funktionierendes Terminal zu machen!
Wenn Sie die ENVOCONNECT in einem Satz beschreiben müssten: Wie würden Sie jemanden überzeugen, erstmals teilzunehmen?
Wenn man wissen will, wie die Transformation von Häfen, Schifffahrt und Logistik funktioniert, sollte man hier dabei sein. Die entscheidenden Fragen lassen sich nicht im Alleingang lösen. Wir leben in einem wirtschaftlichen Ökosystem: Für Elektrifizierung braucht es Netze und Energie, für grüne Treibstoffe Reedereien und Kunden und für neue Infrastruktur Politik und Verwaltung. Die ENVOCONNECT bringt diese Akteure zusammen und schafft den Raum, in dem aus Ideen konkrete Projekte entstehen.
Wenn Sie heute eine Entscheidung treffen müssten, die die Branche in zehn Jahren beeinflusst: Welche wäre das – und warum?
Ich würde heute die Energieinfrastruktur sichern. Denn die Frage ist nicht, ob wir 2035 elektrische Geräte haben werden. Die Frage ist, ob dann genug Strom und Netzkapazität am Terminal ankommen. Ein elektrisches Fahrzeug kann man in Monaten bestellen. Neue Netzkapazitäten, Strommengen und Genehmigungen brauchen fünf bis zehn Jahre. Wer heute nicht plant, steht 2035 möglicherweise mit elektrischer Technik da, aber ohne den Strom dafür. Dasselbe gilt für die Außenweservertiefung: Ohne die notwendige Wassertiefe kann auch das modernste Terminal nicht sein volles Potenzial nutzen. Transformation bedeutet deshalb nicht nur, neue Technologien einzusetzen. Sie bedeutet auch, heute die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Technologien morgen funktionieren können.
Şükran Gencay: Transformation beginnt mit Begegnung
Transformation verändert nicht nur Technologien und Prozesse, sondern auch die Zusammenarbeit. Şükran Gencay, Global Head of Sustainability – Social & Governance bei Hellmann Worldwide Logistics, bringt diese Perspektive in das Panel ein. Denn sie beschäftigt sich mit einer Frage, die weit über Strategien und Prozesse hinausgeht: Wie gelingt Veränderung, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Hintergründen zusammenarbeiten? Ihre Erfahrung als Basketballtrainerin und Headcoach ergänzt diese Perspektive um die praktische Erfahrung mit Führung, Teamdynamik und Entwicklung.
Worüber werden Sie auf der ENVOCONNECT sprechen?
In unserem Panel geht es darum, wie sich Generationen in der Transformation begegnen. Wie kommen junge Perspektiven und erfahrene Expertise wirklich ins Gespräch, statt einfach nebeneinander herzulaufen? Genau das beschäftigt mich doppelt: beruflich bei Hellmann in der Logistikwelt, aber auch als Basketball-Headcoach. Jede Woche erlebe ich, wie unterschiedliche Generationen mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an Führung zusammenfinden müssen, damit ein echtes Team entsteht.
Wenn Sie die ENVOCONNECT in einem Satz beschreiben müssten: Wie würden Sie jemanden überzeugen, erstmals teilzunehmen?
Wenn man wissen will, wie die Transformation von Häfen, Schifffahrt und Logistik funktioniert, sollte man hier dabei sein. Die entscheidenden Fragen lassen sich nicht im Alleingang lösen. Wir leben in einem wirtschaftlichen Ökosystem: Für Elektrifizierung braucht es Netze und Energie, für grüne Treibstoffe Reedereien und Kunden und für neue Infrastruktur Politik und Verwaltung. Die ENVOCONNECT bringt diese Akteure zusammen und schafft den Raum, in dem aus Ideen konkrete Projekte entstehen.
Şükran Gencay
Şükran Gencay ist Diplom-Ingenieurin (oec.) und erfahrene Führungskraft an der Schnittstelle von Logistik, Transformation und Nachhaltigkeit. Seit 2020 ist sie in verschiedenen internationalen Führungsrollen bei Hellmann Worldwide Logistics tätig und verantwortet heute als Global Head of Sustainability – Social & Governance bei Hellmann Worldwide Logistics zentrale Themen der unternehmerischen Transformation.
Sie bringt langjährige Erfahrung als Basketball-Headcoach mit. Die Verbindung von Unternehmenspraxis und Leistungssport prägt ihren Blick auf Führung, Teamdynamik und Veränderung. Sie steht für einen Ansatz, der Transformation konsequent über Menschen, Haltung und konkrete Umsetzung denkt.
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