Die Häfen befinden sich im Wandel. Digitalisierung, Transformation und neue Arbeitswelten verändern eine Branche, die als Motor von Handel und Industrie gilt. Im Hafenmuseum Bremen wird diese Transformation nun sichtbar. Der futureport ist eine Erweiterung der Dauerausstellung, die bislang vorrangig die Geschichte und Gegenwart der Bremischen Häfen erzählt hat.
Wie aus einem freien Raum die Zukunft wurde
Die Entstehung des futureport beginnt unspektakulär mit leerstehenden Räumen. Nachdem das WFB mit dem Infocenter der Überseestadt ausgezogen war, suchte das Hafenmuseum neue Mieter. „Wir haben uns sehr gewünscht, dass es bremenports wird.“, so Anne Schweisfurth, eine der beiden Museumsleiterinnen des Hafenmuseums Bremen. „Wer würde sich besser eignen als ein Unternehmen, das so eng mit dem Hafen verbunden ist wie bremenports?“. Doch noch mehr habe sie sich gefreut, als Ronald Schwarze, Marketingleiter bei bremenports, die Idee zum futureport ins Spiel gebracht hat.
Daraufhin entstand in enger Zusammenarbeit ein Konzept, das den klassischen Ausstellungsansatz erweitert. Neben der historischen und aktuellen Perspektive der Dauerausstellung, wurde ein Raum gestaltet, der die Entwicklungen im Hafen aufgreift und den Blick auf kommende Herausforderungen richtet. „Wir haben das Museum nie vom Schreibtisch entwickelt, sondern immer im Austausch mit den Menschen“, beschreibt Schweisfurth den Ansatz. Diese Haltung prägt auch den futureport: Es ist kein statischer Ausstellungsraum, sondern ein lebendiger Ort im Wandel, der im Austausch entsteht.
Zusammenarbeit als Grundlage
„Das ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt.“, sagt Schwarze. „Alle haben sich ein Stück zurückgenommen und ihre Kompetenzen eingebracht.“ Anne Schweisfurth bringt ihre langjährige Erfahrung in der Vermittlungsarbeit und im direkten Austausch mit Besucherinnen und Besuchern ein. Ronald Schwarze ergänzt diese Perspektive um strategische Fragen der Sichtbarkeit und Positionierung der Bremischen Häfen. Durch die Unterstützung des ma-co maritimes competenzcentrum entstanden die Inhalte zu den Berufen der Zukunft. So formte sich eine Ausstellung, die nicht nur Inhalte transportiert und verschiedene Blickwinkel auf die Hafenwelt verknüpft, sondern „eine Ausstellung, in die jemand reingehen und sich wohlfühlt.“, bekräftigt Ronald Schwarze.
Drei Themen, ein gemeinsamer Rahmen
Die unterschiedlichen Perspektiven flossen in ein Ausstellungskonzept ein, das nicht nur einzelne Entwicklungen zeigt, sondern die zentralen Zukunftsfragen der Hafenwirtschaft sichtbar macht. Auf 450 m² gliedert sich der futureport deshalb in drei Themenfelder: Berufe der Zukunft, Transformation und Digitalisierung.
Diese Struktur bildet die Grundlage für eine offene Ausstellung, die ohne festen Rundgang funktioniert. Besucherinnen und Besucher bewegen sich eigenständig durch den Raum, wählen Themen nach Interesse und erschließen sich Inhalte individuell. Dieser Ansatz folgt der Idee, dass Wissen nicht linear vermittelt werden muss, sondern durch eigene Zugänge entsteht.
Dabei geht es im Hafenmuseum Bremen und dem futureport nicht darum, nur Entwicklungen innerhalb der Hafenwirtschaft zu zeigen, sondern ihre Bedeutung für die Gesellschaft verständlich zu machen. Denn die Rolle der Häfen wird – selbst in einer Stadt wie Bremen – häufig unterschätzt. „Ohne Häfen wären die Regale leer“, bringt es Schwarze auf den Punkt. Häfen sichern Versorgung, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität. Sie sind Teil globaler Netzwerke und gleichzeitig fest in der Region verankert.
Die Ausstellung macht diese Zusammenhänge sichtbar und ist damit auch als Maßnahme im Standortmarketing zu verstehen: Der futureport richtet sich nicht nur an Fachpublikum, sondern bewusst an eine breite Öffentlichkeit und zeigt, warum die Zukunft der Häfen uns alle betrifft.
Transformation und Digitalisierung: zentrale Treiber des Wandels
Neben den Arbeitswelten zeigen zwei weitere Themenfelder, wie sich die Häfen verändern: Transformation und Digitalisierung.
Mediale Formate wie die Podcast-Station und der große Screen zeigen, wie eng Digitalisierung und Transformation miteinander verbunden sind und wie sie gemeinsam die Häfen von morgen formen.
Ein Ort mit Entwicklungspotenzial
Der futureport ist nicht als abgeschlossener Ausstellungsraum gedacht, sondern als Ort, der sich gemeinsam mit den Häfen weiterentwickelt. Neue Technologien, veränderte Arbeitswelten und nachhaltige Lösungen werden die Branche auch in Zukunft prägen und damit immer wieder neue Impulse für die Ausstellung geben.
„Da steckt noch so viel Potenzial drin“, sagt Schwarze. Denkbar sind neue Formate, Kooperationen und Veranstaltungen, die den Austausch über die Zukunft der Häfen weiterführen und das futureport als lebendigen Ort stärken.
Auch für das Hafenmuseum Bremen selbst eröffnet sich mit dem futureport eine neue Perspektive. Die Erweiterung vergrößert nicht nur das inhaltliche Spektrum, sondern trägt dazu bei, neue Besuchergruppen anzusprechen und die Bedeutung des Museums als Vermittlungsort zu stärken. Damit verbunden ist auch die Frage nach einer langfristig stabilen Finanzierung. „Auch wenn die Besucherzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich steigen, wünschen wir uns, dass die finanzielle Seite etwas stabiler wird“, sagt Anne Schweisfurth. „Ich wünsche mir, dass unsere Förderer an Bord bleiben und wir neue dazugewinnen können. Aber auch, dass wir weiterhin den Geschmack der Besucherinnen und Besucher treffen.“
So steht der futureport nicht nur für den Blick auf die Zukunft der Häfen, sondern auch für die Zukunft des Hafenmuseums Bremen selbst: einen Ort, der Geschichte bewahrt, aktuelle Entwicklungen sichtbar macht und Raum für neue Perspektiven schafft.
Zusammenfassung:
Das futureport erweitert die Dauerausstellung des Hafenmuseum Bremen um einen zukunftsorientierten Bereich, der die Transformation der Hafenwirtschaft in den Mittelpunkt stellt. Im Fokus stehen die Themen Digitalisierung, Transformation und Berufe der Zukunft und damit die Entwicklungen, die Bremischen Häfen und ihre Arbeitswelt nachhaltig verändern.
Entstanden ist das Projekt aus einer engen Zusammenarbeit zwischen bremenports und dem Hafenmuseum Bremen unterstützt durch das ma-co maritimen competenzcentrum. Ziel war es, einen lebendigen Ausstellungsraum zu schaffen, der Besucherinnen und Besucher aktiv einbindet und die Zukunft der Häfen verständlich vermittelt.
Auf rund 450 m² können Gäste die Ausstellung ohne festen Rundgang erkunden. Interaktive Stationen, Praxisberichte und multimediale Formate zeigen, wie neue Technologien, nachhaltige Konzepte und innovative Berufsbilder die Hafenwirtschaft bereits heute prägen. Gleichzeitig verdeutlicht der futureport die zentrale Bedeutung der Häfen für Versorgung, Wirtschaft und Gesellschaft und möchte insbesondere junge Menschen für maritime Berufe begeistern.
Als dynamisch angelegter Ausstellungsbereich soll sich der futureport kontinuierlich weiterentwickeln und neue Themen sowie Kooperationen aufgreifen. Damit ergänzt es das Hafenmuseum Bremen um eine konsequente Zukunftsperspektive und stärkt dessen Rolle als Bildungs- und Erlebnisort rund um die Hafenwelt in Bremen.
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