Wie das LUNEDELTA und das luniq Bremerhaven verändern.
Wenn Unternehmen heute neue Standorte suchen, geht es längst nicht mehr nur um Flächen, Verkehrsanbindung oder Kosten. Energieversorgung, Ressourceneffizienz, zirkuläres Bauen und die Frage, wie Arbeitsorte künftig gestaltet werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Bremerhaven entsteht mit dem LUNEDELTA derzeit ein Gewerbegebiet, das genau an diesen Punkten ansetzt – und dabei versucht, ökologische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Anforderungen von Beginn an gemeinsam zu denken.
Das Gebiet im Süden Bremerhavens soll perspektivisch Unternehmen insbesondere aus dem Bereich der Green Economy Raum für Innovation und Wachstum bieten. Verantwortlich für die Erschließung und Vermarktung ist die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven GmbH. Eigentümerin des Areals ist die BEAN – Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG.
„Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, wirtschaftliche Entwicklung, Ressourceneffizienz und regulatorische Anforderungen gleichzeitig zu berücksichtigen. Mit dem LUNEDELTA wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, die diese Entwicklung unterstützen können“, sagt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BIS und der BEAN.
Im Zentrum der Entwicklung steht derzeit ein Projekt, das bereits sichtbar Form annimmt: das luniq.
Ein Gebäude als Baustein eines größeren Konzepts
Das luniq entsteht als Gründungs- und Innovationszentrum innerhalb des LUNEDELTA. Geplant sind Büros, Werkstätten, gemeinschaftlich nutzbare Arbeitsräume sowie ein Tagungsbereich, um den Austausch und die Entwicklung junger Unternehmen und innovativer Geschäftsmodelle zu fördern.
Der Ansatz dahinter geht dabei über klassische Gewerbeimmobilien hinaus. Bereits in der Planung wurden verschiedene Maßnahmen berücksichtigt, die Ressourcenverbrauch und eine mögliche Nachnutzung mitdenken sollen.
So setzt das Gebäude unter anderem auf Holz als wesentlichen Baustoff. Darüber hinaus sind eine Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpenlösung für die Energieversorgung vorgesehen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen wurden zudem Materialkreisläufe und Rückbaubarkeit bereits in frühen Planungsphasen berücksichtigt.
Das Gebäude orientiert sich dabei an Prinzipien einer möglichst vollumfänglichen Kreislaufwirtschaft. Ziel dieses Planungsprinzips ist es, Materialien so auszuwählen und einzusetzen, dass sie nach ihrer Nutzung wiederverwendet oder in Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können.
Zudem wurde das Projekt nach Angaben der Beteiligten im Planungsprozess auf Anforderungen nachhaltiger Gebäudezertifizierung ausgerichtet und bereits in der Planungsphase mit dem DGNB-Zertifikat der Stufe Platin ausgezeichnet.
Thorsten von Döhlen, Projektleiter bei der BEAN, erläutert: „Die Herausforderung besteht heute nicht nur darin, Gebäude zu errichten, sondern bereits im Bauprozess langfristige Nutzungsperspektiven und Ressourcenthemen mitzudenken. Genau diesen Anspruch verfolgen wir beim luniq.“
Das luniq wird Ende 2026 fertig gestellt. Für den Januar 2027 bedeutet das: Start-ups, innovative Unternehmen und alle, die Teil der Green Economy werden wollen, können ihre neuen Räume beziehen.
Nachhaltigkeit als Infrastrukturthema
Im LUNEDELTA wird über das einzelne Gebäude hinausgedacht. Auch die Ausrichtung des gesamten Gewerbegebiets greift Themen auf, die für die Standortentwicklung an Bedeutung gewinnen.
Dazu gehören unter anderem Konzepte für Regenwassermanagement, Energieinfrastruktur sowie die Frage, wie Flächen langfristig möglichst effizient genutzt werden können. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Unternehmen dabei unterstützen können, eigene Nachhaltigkeitsanforderungen künftig besser umzusetzen.
Standortentscheidungen werden heute immer häufiger entlang von ESG-Kriterien, Energiefragen oder Anforderungen aus Lieferketten getroffen.
Für das Vermietungsteam der BIS zeigt sich diese Entwicklung bereits im Austausch mit Interessierten. „Wir erleben, dass Unternehmen heute deutlich konkretere Fragen stellen als noch vor einigen Jahren – etwa zur technischen Infrastruktur, zu Energieaspekten oder dazu, welche Rahmenbedingungen ein Standort langfristig bietet“, berichtet Janna Brißke, Projektmanagerin für Immobilien- und Gewerbeflächenvermarktung bei der BIS. „Für Unternehmen spielen solche Themen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Standortentscheidung – insbesondere dort, wo Nachhaltigkeit und langfristige Perspektiven bewusst mitgedacht werden.“
Vom Standortprojekt zur Diskussion über die Wirtschaft von morgen
Projekte wie das LUNEDELTA zeigen zugleich eine Entwicklung, die weit über einzelne Immobilien hinausgeht: Nachhaltigkeitsanforderungen werden zunehmend Teil wirtschaftlicher Infrastrukturplanung.
Welche Anforderungen künftig an Gewerbestandorte gestellt werden, wie ressourceneffizientes Bauen wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden kann und welche Rolle Kooperationen dabei spielen – diese Fragen beschäftigen Kommunen, Unternehmen und Infrastrukturakteure gleichermaßen. Genau solche Themen stehen auch auf der ENVOCOCNNECT am 30. September und 01. Oktober in Bremen im Mittelpunkt. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven wird ebenfalls vor Ort sein und freut sich auf Gespräche, neue Perspektiven und den fachlichen Austausch.
Zusammenfassung: Planen, bauen, weiterdenken.
Nachhaltige Standortentwicklung neu gedacht
Mit dem LUNEDELTA entsteht in Bremerhaven ein Gewerbegebiet, das wirtschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit von Anfang an zusammendenkt. Im Mittelpunkt steht das luniq, ein Gründungs- und Innovationszentrum für Start-ups und Unternehmen der Green Economy. Holzbau, Photovoltaik, Wärmepumpe und die Berücksichtigung von Materialkreisläufen und Rückbaubarkeit prägen das Konzept.
Doch Nachhaltigkeit wird im LUNEDELTA nicht nur auf Gebäudeebene betrachtet. Auch Energieversorgung, Regenwassermanagement und eine effiziente Flächennutzung gehören zur Standortplanung. Damit reagiert das Projekt auf wachsende Anforderungen von Unternehmen an ressourceneffiziente und zukunftsfähige Standorte – und zeigt, wie Wirtschaftsinfrastruktur künftig gedacht werden kann.
Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des LUNEDELTA.
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