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Vier Personen sind auf dem Podium der Envoconnect im Gespräch

Zukunft gestalten, statt auf sie zu warten

Die Hafen- und Logistikbranche steht vor Veränderungen, die sich nicht einzeln betrachten lassen. Neue Technologien treffen auf Fachkräftemangel, Nachhaltigkeitsanforderungen auf regulatorische Vorgaben, globale Unsicherheiten auf den Anspruch, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Frage ist deshalb nicht nur, was sich verändern muss, sondern auch: Wie gelingt es Menschen und Organisationen, mit diesem Wandel umzugehen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die ENVOCONNECT 2026 aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Panel „Wie stärken Netzwerke Leadership in Zeiten der Transformation?“ geht es darum, wie Netzwerke, Zusammenarbeit und Leadership dazu beitragen können, auch unter veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Unter anderem bringen Amelie Würdemann, Christina Rubach und Andreas Huber dafür unterschiedliche Erfahrungen mit.

Würdemann kennt die Hafen- und Logistikbranche aus der operativen Praxis und engagiert sich zugleich für die Vernetzung junger Fachkräfte. Rubach beschäftigt sich als Head of ESG bei duisport mit nachhaltiger Transformation und der Frage, wie Organisationen anpassungsfähig bleiben. Andreas Huber richtet als Keynote-Speaker und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome den Blick auf die menschliche Seite des Wandels: auf Mut, Neugier und die Haltung, mit der Veränderung begegnet wird.

Doch Transformation endet nicht bei Leadership und Zusammenarbeit. Sie zeigt sich auch darin, wie Unternehmen mit Rahmenbedingungen umgehen. Marieke Johanne Patyna bringt im dazugehörigen Themenblock ihre Perspektive ein. Als Head of Sustainability der OHB SE spricht sie in ihrem Best-Practice-Impuls über die Frage, wie Nachhaltigkeit zwischen externen Vorgaben und eigenem unternehmerischem Anspruch konkret werden kann.

Wie unterschiedlich diese Perspektiven sind und wo sie sich treffen, zeigen ihre Antworten im Vorfeld der ENVOCONNECT 2026.

Portrait Amelie Würdemann
Amelie Würdemann 

Amelie Würdemann ist 1. Vorsitzende der BHV-Junioren und Global Ocean Specialist bei der BLS Bremer Logistic Service GmbH. Seit 2015 ist sie in der Logistikbranche tätig und spezialisiert sich auf Special Cargo, insbesondere Out of Gauge, Breakbulk und RoRo-Verkehre. Als Vorsitzende der BHV-Junioren engagiert sie sich für die Vernetzung junger Fachkräfte und die Zukunft der Hafen- und Logistikbranche.

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Erfahrung trifft Nachwuchs

Für Amelie Würdemann beginnt Zukunftsfähigkeit bei den Menschen, die die Branche morgen tragen werden. Als Global Ocean Specialist bei BLS Bremer Logistic Service beschäftigt sie sich unter anderem mit Out-of-Gauge-, Breakbulk- und RoRo-Verkehren. Gleichzeitig setzt sie sich als Vorsitzende der BHV-Junioren für den Austausch zwischen jungen Fachkräften und erfahrenen Kolleg_innen ein.

Im Panel geht es deshalb auch um die Frage, was unterschiedliche Generationen voneinander lernen können und warum Erfahrungswissen gerade in einer zunehmend digitalisierten Branche nicht an Bedeutung verliert.

Warum ist das Thema des Panels gerade jetzt für die maritime Wirtschaft und Logistik besonders relevant?

Die Auszubildenden und Nachwuchskräfte von heute sind die Fach- und Führungskräfte von morgen. Ohne sie wird es langfristig nicht gelingen, die Zukunftsfähigkeit der maritimen Wirtschaft und Logistik zu sichern. Gleichzeitig ist ein enger Austausch zwischen erfahrenen Kaufleuten und jungen Talenten unerlässlich. Nur durch diesen offenen Dialog und die Vernetzung unterschiedlicher Generationen können die Bremischen Häfen die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.

Warum lohnt sich der Besuch der ENVOCONNECT?

Der Besuch lohnt sich schon aufgrund der vielen verschiedenen Persönlichkeiten, die man auf der ENVOCONNECT kennenlernt. Es werden einem ganz andere perspektiven geboten. Perspektiven, die man vielleicht vorher nie in Betracht gezogen hat – beispielsweise wie Schiffe mit Methanol zu betreiben.

Wenn Sie heute eine Entscheidung treffen müssten, die die Branche in zehn Jahren beeinflusst: Welche wäre das – und warum?

Die Arbeitsplätze in der Spedition/Abfertigung nicht komplett zu digitalisieren. In unserer Branche sind die Menschen und deren Wissen so wertvoll. Insbesondere im Out-of-Gauge- und Projekt-Bereich kann das Wissen keine Maschine oder KI der Welt ersetzen.

Anpassungsfähig bleiben

Transformation stellt nicht nur die Frage nach neuen Technologien oder Prozessen. Sie verändert auch die Art, wie Unternehmen Entscheidungen treffen und mit Unsicherheit umgehen. Christina Rubach beschäftigt sich bei duisport genau mit dieser Schnittstelle. Als Head of ESG und Menschenrechtsbeauftragte arbeitet sie an Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und -anpassung und daran, Nachhaltigkeit strategisch im Unternehmen zu verankern. 

Ihre Perspektive richtet den Blick weniger auf die Frage, was in Zukunft passieren wird. Entscheidend ist für sie vielmehr, wie gut Organisationen darauf reagieren können.

Welche zentrale Erkenntnis oder Botschaft möchten Sie den Teilnehmenden mitgeben?

Wir sollten weniger Energie in Zukunftsprognosen und mehr in organisationale Anpassungsfähigkeit investieren. Systematisches Experimentieren, Lernen und iteratives Handeln – statt perfekter Planung – ermöglichen es uns, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und durch praktische Umsetzung Erkenntnisse zu gewinnen.

Ihr persönlicher Aufruf an die Teilnehmenden der ENVOCONNECT in einem Satz?

Gerade in Zeiten, in denen sich Krisen überlagern und Gewissheiten schwinden, brauchen wir den Mut, Verantwortung zu übernehmen, Zusammenarbeit zu suchen und Veränderung aktiv zu gestalten.

Vervollständigen Sie den Satz: Die Zukunft der Hafen- und Logistikbranche ist …

… die Fähigkeit, auch unter veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Nicht die stärksten Akteure werden erfolgreich sein, sondern diejenigen, die sich am schnellsten anpassen und die richtigen Partner an ihrer Seite haben.

Portrait Christina Rubach
Christina Rubach

Christina Rubach ist seit 2019 im Bereich Nachhaltigkeit für den Duisburger Hafen tätig und hat den ESG-Bereich mit aufgebaut. Als Head of Environmental, Social and Governance (ESG), Menschenrechtsbeauftragte und Nachhaltigkeitsmanagerin (TÜV) beschäftigt sie sich insbesondere mit der nachhaltigen Transformation von Häfen, Klimaschutz und -anpassung bei duisport.  

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Portrait Andreas Huber
Andreas Huber

Andreas Huber bringt 15 Jahre Erfahrung als Redner für zukunftsfähige Entwicklungen und Nachhaltigkeit mit. Nach seinem Abschluss als Wirtschaftsjurist wurde er Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und später selbst Mitglied.  

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Nicht verwalten, sondern gestalten

Was passiert, wenn Veränderung nicht nur eine strategische Herausforderung, sondern auch eine Frage der persönlichen Haltung wird? Andreas Huber, Keynote-Speaker für Transformation & Wandel und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit genau dieser Frage.

In mehr als 500 Vorträgen und Keynotes hat er sich damit auseinandergesetzt, wie Menschen für Zukunftsthemen erreicht und für Perspektivwechsel gewonnen werden können. Seine Botschaft für die ENVOCONNECT ist klar: Transformation lässt sich nicht einfach verwalten. Sie verlangt die Bereitschaft, sie aktiv zu gestalten.

Welche zentrale Erkenntnis oder Botschaft möchten Sie den Teilnehmenden mitgeben?

Wandel lässt sich nicht managen. Man muss ihn gestalten wollen.

Bei Überforderung kennt unser Gehirn drei Reaktionen: erstarren, fliehen, kämpfen. Man sieht sie überall – die einen sitzen es aus, die anderen versuchen durch Sparmaßnahmen dem ganzen zu entkommen, wieder andere verteidigen das Alte mit aller Kraft. Alle drei sind Angstreaktionen. Und alle drei führen selten nach vorn.

Der Ausweg ist keine neue Methode, sondern eine Haltung: sich dieser Reflexe bewusst zu sein und das an die Stelle zu setzen, was uns wirklich voranbringt: Mut und Neugier.
 

Ihr persönlicher Aufruf an die Teilnehmenden in einem Satz?

Fragen Sie sich, ob sie das Gestern verteidigen oder das Morgen ermöglichen.

Vervollständigen Sie den Satz: Die Zukunft der Hafen- und Logistikbranche ist …

… kein Schicksal, sondern die Summe dessen, was jeder und jede im eigenen Bereich gestaltet.

Wenn Nachhaltigkeit zum Teil der Unternehmensidentität wird

Marieke Johanne Patyna bringt eine Perspektive aus einer anderen Sphäre ein. Als Head of Sustainability der OHB SE beschäftigt sie sich mit Nachhaltigkeitsstrategie, -berichterstattung und -kommunikation in einem Raumfahrt- und Technologiekonzern.

Auf der ENVOCONNECT ist sie im Themenblock „Politischer Rahmen – zwischen Anspruch und Umsetzung“ vertreten und erweitert in ihrem Best-Practice-Impuls „Familienunternehmen zwischen eigenem Antrieb und regulatorischen Anforderungen“ den Blick auf Transformation.

Welche zentrale Erkenntnis oder Botschaft möchten Sie den Teilnehmenden mitgeben?

Nachhaltige Entwicklung wird dann wirksam, wenn sie nicht nur regulatorische Pflicht ist, sondern Teil der unternehmerischen Identität. Daher sollten wir weniger über Nachhaltigkeitsberichterstattung und mehr über nachhaltige Transformation sprechen.

Ihr persönlicher Aufruf an die Teilnehmenden der ENVOCONNECT in einem Satz?

Nachhaltigkeit ist eine Form von Zukunftsfähigkeit und eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der jede und jeder von uns aufgefordert ist, einen Beitrag zu leisten. In diesem Sinne freue ich mich auf gute Gespräche und interessante Impulse auf der ENVOCONNECT 2026.

Welcher Innovation oder welchem Projekt folgen Sie derzeit mit besonderem Interesse?

Der Blick aus dem Weltraum auf die Erde verdeutlicht, wie einzigartig, verletzlich und schützenswert unser gemeinsamer Lebensraum ist. An der Raumfahrt fasziniert mich, dass Sattelitendaten uns unterstützen, unsere Erde besser zu verstehen und Verantwortung für die Umwelt und unsere Gesellschaft zu übernehmen.

Portrait Marieke Patyna
Marieke Johanne Patyna

Marieke Johanne Patyna hat nach 12 Jahren im deutschen Profifußball in die Raumfahrtbranche gewechselt und ist dort als Head of Sustainability für die OHB SE tätig. In dieser Funktion ist sie u. a. für die Nachhaltigkeitsstrategie und -maßnahmen sowie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation des OHB-Konzerns verantwortlich. 

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Drei Perspektiven. Ein gemeinsamer Antrieb.

Was verbindet die Speaker? Sie kommen aus unterschiedlichen Branchen und Arbeitswelten, beschäftigen sich aber mit derselben grundlegenden Herausforderung: Wie bleiben wir in einer Welt des Wandels handlungsfähig?

Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Es geht um Netzwerke und den Austausch zwischen Generationen, um Anpassungsfähigkeit, Mut und Neugier und um die Frage, wie Nachhaltigkeit zur gelebten unternehmerischen Praxis wird. Doch wer Veränderung gestalten will, sollte dort sein, wo die Branche miteinander ins Gespräch kommt: auf der ENCOVONNECT.
 

ENVOCONNECT 

Der Ort, an dem die gesamte Port-Community verhandelt, was als Nächstes passiert.

Dabei sein: 30. September und 01. Oktober 2026 in der Energieleitzentrale Bremen

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