Mit einem gemeinsamen Kick-off-Termin ist jetzt offiziell das Projekt „DigiWeser“ gestartet. Ziel des Vorhabens ist es, ein digitales Testfeld aufzubauen, um Schiffsanläufe in Bremerhaven moderner, transparenter und effizienter zu gestalten – und so einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Hafen der Zukunft zu gehen.
Häfen stehen heute vor großen Herausforderungen: Immer komplexere Abläufe, steigende Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz sowie wachsender Wettbewerbsdruck erfordern neue, intelligente Lösungen. Vielerorts – auch in Bremerhaven – werden Schiffsanläufe dabei bislang über verschiedene, oft nicht miteinander vernetzte Systeme per Telefon, E-Mail oder Funk koordiniert. Das führt zu Informationslücken, Verzögerungen und unnötigem Aufwand.
Genau hier setzt DigiWeser an: Kern des Projekts ist der Aufbau einer gemeinsamen digitalen Plattform als Testfeld, über die alle wichtigen Beteiligten – von Behörden über Terminalbetreiber bis hin zu Reedereien und Hafendienstleistern – ihre Informationen künftig besser austauschen können. Ziel ist eine sogenannte „Just-in-Time“-Steuerung von Schiffsanläufen unter Wahrung der hoheitlichen Zuständigkeiten und wirtschaftlichen Interessen: Schiffe sollen den Hafen genau dann möglichst ohne Wartezeit oder zusätzliche Verholung erreichen, wenn Liegeplätze, Personal und Infrastruktur bereitstehen. An der Stromkaje entsteht dazu ein digitales Testfeld: Neue Technologien und Abläufe sollen hier künftig unter realen Bedingungen erprobt werden – ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Die Plattform wird cloudbasiert aufgebaut und über Schnittstellen mit bestehenden Systemen wie dem Fachsystem BREPOS der Port Authority und den Terminalsystemen verknüpft.
„Mit DigiWeser gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung digitaler Hafen der Zukunft. Durch die bessere Koordination aller Beteiligten innerhalb des digitalen Testfelds können Prozesse optimiert werden. Das sorgt für einen effizienteren Ressourceneinsatz, reduziert Wartezeiten auf See und im Hafen, spart Treibstoff und senkt Emissionen – ein Gewinn für Wirtschaft und Umwelt gleichermaßen.“, erklärt bremenports Mitarbeiter Matthias Hinz, der als Smartport Koordinator auch das Thema DigiWeser betreut.
Das Projekt wird durch das Sondervermögen Hafen getragen und vom Bund im Rahmen der Förderrichtlinie Digitale Testfelder für Häfen gefördert. Die Projektleitung liegt bei bremenports in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Port Authority Bremen (Hansestadt Bremisches Hafenamt) sowie zahlreichen Stakeholdern aus Hafenwirtschaft und Logistik. Besonderer Wert wird auf Datenschutz, IT-Sicherheit und klare Zuständigkeiten gelegt. Die hoheitlichen Aufgaben der Port Authority sowie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes bleiben dabei jederzeit unangetastet.
Im Rahmen des Projektes stellt das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) die Koordinationsplattform bereit und übernimmt im späteren Projektverlauf auch einen überbetrieblich-koordinierenden Testbetrieb. Parallel dazu passt die dbh Logistics IT AG das bestehende System BrePOS an, um eine nahtlose Integration zu ermöglichen.
Das Projekt umfasst drei klar abgegrenzte Phasen: Planung, technische Umsetzung sowie eine abschließende Testphase über zwei Monate. Insgesamt ist eine Laufzeit von rund 13 Monaten vorgesehen.
Letztlich soll DigiWeser dann nicht nur in Bremerhaven Wirkung entfalten: Die entwickelten Lösungen sind so angelegt, dass sie künftig auch auf andere Häfen übertragen werden können – entlang der Weser und darüber hinaus. Mit dem Startschuss setzt Bremerhaven daher ein deutliches Signal für Innovation und Zusammenarbeit im Hafen: für effizientere Abläufe, mehr Transparenz und eine nachhaltige Weiterentwicklung der maritimen Wirtschaft.