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Studie zum Containerverkehr: Bremerhaven behauptet starke Position im Wettbewerb

 

Veröffentlicht am 7. Mai 2026

Eine aktuelle Studie des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) im Auftrag von bremenports bestätigt die zentrale Rolle Bremerhavens im internationalen Containerverkehr – zeigt aber zugleich klare Herausforderungen und Entwicklungspotenziale auf.

Die Analyse des Containerhinterland- und Shortsea-Verkehrs für das Jahr 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass Bremerhaven mit einem Umschlag von 4,4 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit“ / 20-Fuß-Standardcontainer) weiterhin zu den führenden Containerhäfen an der Nordsee zählt. 

Dabei erfüllt der Standort eine doppelte Funktion: als „Gateway“-Hafen für das Hinterland und als internationaler „Hub“ für den Umschlag zwischen Übersee- und Feederverkehren.
2025 stieg der Containerumschlag mit einem Plus von 10,3 Prozent noch einmal signifikant auf 4,9 Millionen TEU an.

„Die Studie bestätigt eindrucksvoll: Bremerhaven ist und bleibt ein zentraler Knoten im internationalen Containerverkehr. Unsere Stärke liegt nicht nur im Umschlag selbst, sondern insbesondere in der Anbindung an das Hinterland. Eine leistungsfähige Schiene ist dabei entscheidend, weil sie große Mengen zuverlässig, schnell und klimafreundlich über weite Distanzen transportieren kann und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Hafens im internationalen Vergleich direkt bestimmt. Genau dort setzen wir an, um Marktanteile zu sichern und neue Wachstumspotenziale zu erschließen“, sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Hafen und Transformation.

Strukturwandel im Containerverkehr

Interessante Ergebnisse hat das Institut allemal vorzuweisen: Die Studie zeigt, dass sich die Struktur der Verkehre in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat. Während der Transshipment-Anteil – also der Anteil des Umschlags von einem Schiff auf ein anderes – seit seinem Höchststand Anfang der 2010er Jahre zurückgegangen ist, hat der Hinterlandverkehr relativ an Bedeutung gewonnen. Dieser Bereich ist für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland besonders relevant.
Gleichzeitig wird deutlich: Im Wettbewerb mit anderen Häfen – insbesondere Hamburg, Wilhelmshaven sowie den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen – hat Bremerhaven im Hinterlandverkehr Marktanteile verloren. So sank der Anteil im deutschen Markt seit 2018 von 21 auf 17 Prozent.  Mit dem wieder deutlich wachsenden Container-Umschlag – von 2023 auf 2024 –  stieg das Volumen um 6,3 Prozent und von 2024 auf 2025 nochmals um über 10 Prozent auf 4,9 Millionen TEU (Standardcontainer) ist nun auf eine Trendumkehr zu hoffen. 

Bahnanbindung als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist parallel dazu die herausragende Bedeutung der Schiene. Dazu bremenports Geschäftsführer Robert Howe: „Mit einem Anteil von über 50 Prozent spielt der Bahnverkehr eine tragende Rolle im Containerhinterlandverkehr Bremerhavens. Für die Entscheidung, in den gerade begonnenen Ausbau unseres Hafenbahnhofs Speckenbüttel zu investieren, ist das eindeutig Rückenwind.“ Gerade auch in weiter entfernten Regionen wie Bayern, Sachsen oder Tschechien ist Bremerhaven dank leistungsfähiger Bahnverbindungen gut positioniert.  

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass genau hier die größten Potenziale liegen: Eine zuverlässige und leistungsfähige Bahninfrastruktur ist entscheidend, um Marktanteile zurückzugewinnen, auszubauen und neue Verkehre zu erschließen. 

Im Transshipmentverkehr ist der Rückgang seit 2018 laut Studie maßgeblich auf externe Faktoren zurückzuführen – insbesondere auf den Wegfall des Russlandgeschäfts infolge des Ukraine-Krieges.
Positiv hervorzuheben ist die weiterhin starke Marktstellung im Ostseeraum: Insbesondere in Polen, Skandinavien und im Baltikum bleibt Bremerhaven ein wichtiger Hub-Hafen. 

Erholungstendenzen und positiver Ausblick

Nach einem insgesamt rückläufigen Umschlag im Vergleich zu 2018 zeigt das Jahr 2024 eine Trendwende, die vor allem durch ein wachsendes Transshipmentvolumen getragen ist. Die in der Studie nicht mehr betrachteten, inzwischen aber vorliegenden Zahlen für 2025 mit dem deutlichen Anstieg auf 4,9 Millionen TEU und einem Gesamtumschlag von insgesamt gut 65,3 Millionen Tonnen (plus 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr) bestätigen dies. 

Zusammenfassend lässt sich aus der Studie ablesen, dass Bremerhaven nach wie vor ein leistungsstarker und wettbewerbsfähiger Containerhafen mit internationaler Bedeutung ist und bleibt. Um diese Position langfristig zu sichern, kommt insbesondere der Stärkung der Hinterlandanbindungen – allen voran der Schiene – sowie der gezielten Weiterentwicklung strategischer Marktsegmente eine entscheidende Rolle zu.

Zur ausführlichen Studie (PDF, 1,9 MB)

 

  • Portrait von Matthias Koch
    Matthias Koch

    Pressesprecher

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