Detailaufnahme eines Car Carriers beim Anschluss an Landstrom

Landstrom in Bremerhaven und Bremen

Saubere Energie für Schiffe direkt aus dem Netz

Landstrom ermöglicht es Schiffen, während ihrer Liegezeit im Hafen die bordeigenen Dieselgeneratoren vollständig abzuschalten und stattdessen elektrische Energie von Land zu beziehen. In den Häfen von Bremerhaven und Bremen wird hierfür gezielt Grünstrom aus erneuerbaren Energien eingekauft. Dadurch werden Emissionen wie Stickoxide (NOₓ), Schwefeloxide (SOₓ), Feinstaub und CO₂ deutlich reduziert. Gleichzeitig sinken Lärm- und Vibrationsbelastungen in den angrenzenden Stadtgebieten. Landstrom trägt somit unmittelbar zur Verbesserung der Luftqualität und zur nachhaltigen Entwicklung der Städte Bremerhaven und Bremen bei.
Mit dem Ausbau der Landstrominfrastruktur stärken die Bremischen Häfen ihre Wettbewerbsfähigkeit und leisten einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung der Schifffahrt.

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Foto eines Containers, der mit Landstrom versorgt wird

Verpflichtend ab 2030

Auf Grundlage der EU-Regelwerke AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) und FuelEU Maritime sind TEN-T-Kernhäfen verpflichtet bis 2030 eine Landstrominfrastruktur für Container- und Kreuzfahrtschiffe bereitzustellen. Gleichzeitig werden entsprechend ausgerüstete Schiffe verpflichtet, Landstrom während der Liegezeit zu nutzen, sofern dieser verfügbar ist.
Bremerhaven erfüllt damit nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern positioniert sich als zukunftsfähiger, klimabewusster Hafenstandort.

Höchste technische und sicherheitsrelevante Standards

Der Ausbau der Landstromanlage ist alles andere als trivial. Der Bau wird im laufenden Hafenbetrieb umgesetzt. Sämtliche Arbeiten erfolgen abgestimmt auf das Umschlaggeschehen – geplant und betrieben nach der internationalen Norm IEC/IEEE 80005-1, um die höchsten technischen und sicherheitsrelevanten Standards zu erfüllen.

Aktueller Landstromausbau in Bremerhaven

In der ersten Bauphase sind fünf Landstrom-Anlagen geplant. Die erste Anlage am Autoterminal im Nordhafen ist bereits seit Januar 2026 in Betrieb. Die weiteren Anlagen befinden sich derzeit in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung. 

Kalttest am MSC Terminal
Kalttest am MSC-Terminal am 18.07.2025

Ein festes Kabelmanagementsystem am MSC-Terminal bei KM 1.650

Direkt an der Kaje wird ein fester Liegeplatzbereich mit einem Kabelmanagementsystem mit zwei Steckdosen ausgebaut.
Das Schiff muss mit dem bordseitigen Landstromanschluss möglichst exakt über der Anlage platziert sein. Dann werden zwei Stecker herabgelassen und mit der Landseite verbunden.

  • Spannung: 6,6 kV
  • Frequenz: 50 Hz / 60 Hz
  • Leistung: 7,5 MVA
  • Fertigstellung: voraussichtlich April 2026
     
Kabelmanagementsystem CTB-Terminal

Ein verfahrbares Kabelmanagementsystem am CTB-Terminal zwischen KM 2.200 und KM 2.590

Direkt an der Kaje vor den Pollern wird ein flaches 390m langes Schienensystem mit innenliegendem Kabelschlepp aufgebaut.
Auf diesem Schienensystem verfährt ein Fahrzeug mit zwei Steckdosen unter den schifftsseitigen Anschlusspunkt. Von dort werden zwei Stecker herabgelassen und mit der Landseite verbunden.

  • Spannung: 6,6 kV
  • Frequenz:  50 Hz / 60 Hz
  • Leistung: 7,5 MVA
  • Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2026 / Anfang 2027
     
Aktueller Ausbau am NTB-Gate

Ein verfahrbares Kabelmanagementsystem am NTB-Terminal zwischen KM 3.810 und KM 4.160

Direkt an der Kaje vor den Pollern wird ein flaches 350m langes Schienensystem mit innenliegendem Kabelschlepp aufgebaut.
Auf diesem Schienensystem verfährt ein Fahrzeug mit zwei Steckdosen unter den schiffsseitigen Anschlusspunkt. Von dort werden zwei Stecker herabgelassen und mit der Landseite verbunden.

  • Spannung: 6,6 kV
  • Frequenz: 50 Hz / 60 Hz
  • Leistung: 7,5 MVA
  • Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2026 / Anfang 2027

     
Foto eines Kabelkanals, dass an der Columbuskaje verbaut wird

Ein verfahrbares Kabelmanagementsystem am Liegeplatz A

Im nördlichen Liegeplatzbereich wird in einem unterirdischen Kanal eine ca. 300 m lange Energiekette installiert. An dieser wird das Landstromfahrzeug angeschlossen, das die Landstromkabel zur Übergabe an das Kreuzfahrtschiff bereitstellt.

  • Spannung: 6,6 kV / 11 kV
  • Frequenz: 50 Hz / 60 Hz
  • Leistung: 10 MVA / 16 MVA
  • Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2026 / Anfang 2027

     
Car Carrier beim Anschluss an Landstrom

Ein verfahrbares Kabelmanagementsystem am Nordhafen Ost

An der Kaje wurde eine ca. 100 m verfahrbare Steckdosenbox installiert. Das Kabelkranfahrzeug wird an diese Box angeschlossen und führt das Landstromkabel mit Stecker zur Landstromluke des Schiffes, wo der Anschluss erfolgt.

  • Spannung: 6,6 kV / 11 kV
  • Frequenz: 50 Hz / 60 Hz
  • Leistung: 2,5 MVA / 4 MVA
  • Fertigstellung: November 2025


     

Pressemitteilungen

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Anmeldeverfahren für die Nutzung von Landstrom

Wenn Sie Landstrom an entsprechend ausgestatteten Liegeplätzen nutzen möchten, müssen Sie die Nutzung bei der Port Authority Bremen beantragen. 

Nach Eingang Ihres Antrags prüfen wir die Verfügbarkeit des Landstromanschlusses für den gewünschten Liegeplatz und Zeitraum. 
Bei positiver Prüfung erhalten Sie die erforderlichen Unterlagen für den Kompatibilitätstest. Dieser dient dem technischen Abgleich der Schiffsdaten mit der jeweiligen Landstromanlage.
Zusätzlich wird Ihnen ein allgemeiner Vertrag zur Nutzung von Landstrom zur Verfügung gestellt, der von beiden Parteien gezeichnet werden muss.
Bei erstmaliger Inanspruchnahme der Landstromversorgung wird vor Ort ein Integrationstest durchgeführt.
Nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen und Tests kann die reguläre Landstromversorgung aufgenommen werden.

Zum Antrag für die Nutzung von Landstrom
 

Landstrom in der Binnenschifffahrt

Seit dem Jahr 2021 sind Binnenschiffe in den von bremenports verwalteten Häfen Bremen und Bremerhaven verpflichtet, vorhandene Landstromanlagen zu nutzen. Grundlage hierfür ist die geltende Hafengebührenordnung.

Weitere Information

Unterstützt durch EU-Förderfonds und Förderungen des Bundes

Für die Versorgung von Seeschiffen mit Landstrom erhalten die Häfen von Aarhus, Göteborg, Bremerhaven und Stockholm gemeinsam 18,8 Millionen Euro aus den EU-Förderfonds „Connecting Europe Facilities“ der European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA). Davon erhält Bremerhaven 5,23 Millionen Euro – das entspricht etwa 50 Prozent der Kosten eines einzelnen Landstromanschlusses.
Darüber hinaus wird der erste Ausbauschritt in Bremerhaven mit rund 22 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes gefördert. Insgesamt wird der erste Ausbauschritt rund 50 Millionen Euro kosten, was trotz Förderung einen erheblichen Kostenfaktor für Bremerhaven darstellt.

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